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2. Februar 2018
Eröffnung WindNODE Live!
12. Februar 2018

Inclusive Energy Access Planning

Projektzeitraum Februar 2017 – Februar 2020

Dieses Promotionsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung einer verbesserten regionalen Energieplanungsmethodik am Beispiel Nepals.

Über eine Milliarde Menschen weltweit leben noch immer ohne Zugang zu Strom, zwei weitere Milliarden sind auf die Nutzung von Biomasse zum Kochen und Heizen angewiesen. Ein Großteil dieser Menschen lebt unter der Armutsgrenze und aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Energiearmut ein Thema ist, welches Schnittstellen zu allen Entwicklungsbereichen aufweist. Damit die Energieversorgung im Rahmen einer nachhaltigen Energietransformation verbessert werden kann, benötigt man, unter anderem, räumliche Datensätze wie Ressourcenverfügbarkeit und Siedlungsmuster sowie sozioökonomische und demographische Werte. Erst auf Grundlage dieser Datensätze wird eine faktenbasierte Energieplanung möglich.

In diesem Promotionsprojekt wird die Hypothese aufgestellt, dass die Methoden zur Messung, Modellierung, Analyse und Planung von Energiezugang an lokale Kontexte angepasst werden müssen. Ansätze, die momentan verwendet werden, beruhen meist auf der Metrik binärer Anschlüsse (Strom: ja oder nein) oder auf generalisierten Annahmen zu Bedarf oder installierter Kapazität pro Kopf. Dies hat in der Vergangenheit zu unpassenden oder unwirtschaftlichen regionalen Energieplänen geführt, die in der Praxis oft nicht umsetzbar waren. Was in vielen Fällen fehlt, ist die Betrachtung des jeweiligen lokalen Kontexts in welchem die Planung stattfindet sowie die tatsächlichen Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung.

Die Forschung zielt darauf ab eine Methodik zu entwickeln, die bestehende Ansätze um diese Komponenten ergänzt. Im Ergebnis soll eine „Inclusive Energy Access Planning Toolbox“ entwickelt werden, ein Methodenset zur regionalen Energieplanung, bestehend aus Datensammlungen sowie Analyse- und Modellierungstools. Die Methodik basiert zu 100 Prozent auf Open-Source-Software, unter anderem OpenDataKit, OpenStreetMap und QGIS sowie R und Python für Datenanalyse, Modellierung und Visualisierung.

Die Anwendung der Methodik zur Unterstützung regionaler Energieplanung und Entwicklungspolitik beginnt zunächst mit einem Fokus auf Nepal. Dort findet aktuell eine Föderalisierung statt, was auch eine Reform der Energieplanung ermöglicht. Die Dezentralisierung der Verantwortlichkeiten im Energiesektor und des Budgets hin zu den regionalen Regierungen benötigt neue Planungskapazitäten. Somit ist das Projekt mit einer tatsächlich stattfindenden Energietransformation verknüpft.

© Foto: Nabin845, Dahare deurali PARBAT AND Khuma village, cropped by RLI, CC BY-SA 4.0

Element 1: Bottom-up-Datenerhebung

  • Entwicklung und Überprüfung von aufbauenden Datenergebungsmethoden, mit denen repräsentative räumliche Daten, wie etwa Energiezugang, Energienachfrage, Verfügbarkeit von Ressourcen oder sozioökonomische demografische Kennzahlen, gewonnen werden können.

Element 2: Energiesystemmodellierung und raumbezogene Analyse

  • Entwicklung eines automatisierten Algorithmus zur Energiesystemmodellierung und -optimierung mithilfe von oemof
  • Entwicklung von Methoden zur Einteilung von Siedlungen, um Modelle für wirtschaftlichen Energiezugang zu schaffen

Element 3: Regionale Auswertung, Planung und Umsetzung

  • Analyse der Bedeutung lokaler Energieplanungen für regionale Energiewendevorhaben
  • Auswertung des Einflusses von politisch initiierten Energieplanungen auf die lokale Planung und Umsetzung
AEPC

GIZ Nepal
Promotionsvorhaben gefördert im Rahmen eines Stipendiums der

Reiner Lemoine Stiftung

Kontakt



Setu Pelz


Promovend