Stakeholder empowerment in participatory processes of the energy transition – an evaluation of impacts of simulation tools (Fiukowski et al. 2017)
3. November 2017
ENavi-Arbeitstreffen
6. November 2017

StEmp-Tools für mehr Beteiligung an der Energiewende

3. November 2017 – Wie macht man den Diskurs rund um die Energiewende für fachfremde Beteiligte zugänglich? Das Thema ist komplex und viele Entscheidungen über Netzausbau oder den Einsatz von Speichern und Kraftwerken sind nur mithilfe von Rechenmodellen zu treffen. Dennoch sind auch Laien von den Auswirkungen dieser Entscheidungen betroffen. Wie kann man also das Wissensungleichgewicht zwischen Energieexpertinnen und -experten und weiteren Stakeholdern der Energiewende überbrücken?

Daran forscht das RLI im Kopernikusprojekt ENavi, indem es sogenannte Stakeholder Empowerment (StEmp-)Tools entwickelt. StEmp-Tools sind simulationsbasierte Online-Programme, die allen Beteiligten zur Verfügung stehen und Entscheidungsprozesse transparenter machen. Beim Workshop „Deconstructing Participatory Climate Governance: Innovation or Business as Usual?” am 27. Oktober 2017 an der Science Po in Bordeaux stellte Berit Müller, Forschungsfeldleiterin Transformation von Energiesystemen, erste Forschungsergebnisse und die Herangehensweise des Projekts vor.

„Die Annahme ist, dass das Wissensungleichgewicht durch digitale Tools abgemildert werden kann, es also zu einem „Empowerment der Stakeholder“ kommt“, erklärt Berit. „Dass alle Parteien, die Konsequenzen aus der Energiewende tragen werden auch an den entsprechenden Entscheidungsprozessen beteiligt werden, ist enorm wichtig. Einerseits, weil nur so ein umfassender Überblick über das vorhandene Wissen und eventuelle Schwierigkeiten gewonnen werden kann. Zum anderen, weil eine Entscheidung insbesondere von denen, die sie umsetzen sollen, verstanden werden muss. Die Energiewende ist ein Prozess, der die Mitarbeit von sehr vielen Beteiligten erfordert, dabei können StEmp-Tools helfen.“

Im Workshop präsentierten und diskutierten zwanzig internationale Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten zur Bedeutung von demokratischen Beteiligungsprozessen beim Thema Klimawandel. Dabei wurden neben europäischen Perspektiven auch Forschungsprojekte zu Beteiligung in autoritären Regimen vorgestellt. Das RLI reichte im Rahmen der Arbeiten im Kopernikus-Projekt ENavi einen gemeinsamen Beitrag von Berit Müller, Judith Fiukowski und Elisa Gaudchau ein mit dem Titel „Stakeholder empowerment in participatory processes of the energy transition – an evaluation of impacts of simulation tools”. Der Workshop wurde von der europäischen Rahmenorganisation für die Koordinierung von national durchgeführten Forschungsaktivitäten European Cooperation in Science and Technology (COST) gefördert und vom COST-Netzwerk INOGOV organisiert.

 

© Bild: RLI, Zeichnung: Juliane Pieper