Geschützt: Erarbeitung der DIN SPEC 91433 “Leitfaden zur Suchraum- und Standortidentifizierung sowie Empfehlungen für Melde- und Genehmigungsverfahren in der Ladeinfrastrukturplanung”
22. November 2019
(c) 2019 Matthias Hesse
25.11. | Delegation der State Bank of India
25. November 2019

Netz_eLOG: Intelligente Netzintegration der elektrifizierten Logistik

Projektzeitraum: 01.11.2019 bis 31.10.2022

Im Projekt Netz_eLOG werden Verfahren für eine intelligente Netzintegration des elektrifizierten Verkehrssektors entwickelt. Dabei wird die Nutzung von Flexibilitäten für Netzbetreiber aufgrund der zunehmenden, volatilen Einspeisung Erneuerbarer Energien immer wichtiger. Elektrofahrzeuge bieten aufgrund der verbauten Speicher dazu ein hohes Potenzial. Die intelligente Nutzung der Flexibilitätsoptionen, die sich durch verschiedene Ladestrategien ergeben, sind Untersuchungsgegenstand des Projekts Netz_eLOG.

Am Beispiel einer großen elektrischen Zustellflotte der Deutschen Post DHL Group (DPDHL) werden in einem Praxisversuch die unterschiedlichen Flexibilitätsoptionen im Verteilnetz der E.DIS Netz GmbH aufgezeigt. Der Praxisversuch wird dazu im ersten Schritt mit 63 StreetScooter WORK XL am Standort in Kleinmachnow durchgeführt. Ziel des Verbundprojekts ist es zu analysieren, wie diese genutzt werden können, sodass die intelligente Netzintegration einen schnellen Markthochlauf für elektrische Nutzfahrzeuge unterstützen kann. Netzbetreiber sollen die Anforderungen und Flexibilitätsoptionen der Netzintegration einschätzen können und diese bei der zukünftigen Netzplanung berücksichtigen. Die Verbundpartner entwickeln netzseitige, dynamische Steuerungsmöglichkeiten, welche im realen Betrieb der elektrischen Logistikflotte der DPDHL getestet werden. Diese Steuerung der Ladevorgänge wird dabei wesentliche Kriterien des Stromnetzes, der Fahrzeuge, sowie des Logistikprozesses berücksichtigen, um ein optimales Ladeverhalten zu berechnen. Gemeinsam entwickeln die Partner verlässliche Verfahren und Technologien, die beispielsweise räumliche und zeitliche Überlastung des Netzes verhindern, die Stromproduktion durch Erneuerbare Energien vorausschauend berücksichtigen und die Versorgung der Fahrzeugflotte sicherstellen. Dabei werden auch die Aspekte der Netzverträglichkeit in Abhängigkeit der möglichen Lademodi untersucht, um mögliche Einschränkungen für die Steuerung ausschließen zu können. Im Gegensatz zum standardmäßigen Lastmanagement bietet die in diesem Vorhaben geplante Steuerung der Ladevorgänge die Möglichkeit, nicht verwendete Potenziale im Netz zu identifizieren und diese zu nutzen. Die intelligente Steuerung der Ladevorgänge elektrischer Flotten ist aufgrund der zukünftigen Gesetzgebung besonders relevant, da ab Oktober 2021 im Rahmen der Novellierung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG 2.0) auch Erzeugungsanlagen von 100 kW Leistung sowie fernsteuerbare Anlagen in den Redispatch einbezogen werden. Davon sind potentiell alle 890 Verteilnetzbetreiber in Deutschland betroffen. Die neuen Regelungen betreffen perspektivisch auch große elektrische Fahrzeugflotten, wenn diese steuerbar sind. In Netz_eLOG wird untersucht, wie die Flexibilität der Elektromobilität so gerade auf Verteilnetzebene zur Sicherung der Netzstabilität beitragen kann.

Ziel von Netz_eLOG ist es darüber hinaus Leitlinien zu entwickeln, die eine Anwendung im gesamten Bundesgebiet ermöglichen. Dazu wird in verschiedenen Übertragbarkeitsszenarien simulativ untersucht, wie die entwickelten Verfahren unter technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf andere Logistikstandorte und Anwendungsgebiete übertragen werden können und welche Flexibilitätsoptionen sich bei den Ladevorgängen ergeben. Ein weiterer Baustein zur Sicherstellung der Übertragbarkeit der Projekterkenntnisse ist die Erarbeitung und Validierung von Geschäfts- und Anreizmodellen für E-Flotten- und Verteilnetzbetreiber. Diese berücksichtigen die Klimaschutzziele des Bundes, das Stromnetz, die Integration von Erneuerbaren Energien und die wirtschaftlichen, regulatorischen und wettbewerblichen Randbedingungen des Logistikbetriebs sowie anderer Anwendungsgebiete. Zur Erarbeitung und Validierung dieser Anreizmodelle und der Übertragbarkeit werden im Projekt verschiedene relevante Stakeholder über Workshops eingebunden. In diesen präsentieren die Verbundpartner Zwischenergebnisse des Projekts und diskutieren die Projekterkenntnisse aktiv mit den Stakeholdern.

© Bild: DPDHL

In diesem Projekt übernimmt das RLI folgende Aufgaben:

  • Konsortialführung
  • Entwicklung eines Simulationsmodells, welches die intelligenten, netzdienlichen Steuerungsmöglichkeiten innerhalb des lokalen Energiesystems abbilden kann
  • Simulation verschiedener Szenarien am Standort Kleinmachnow (stationärer Batteriespeicher, Nutzung des bidirektionalen Ladens, Einbindung lokaler Erneuerbarer Energien)
  • Simulation und Bewertung von Übertragbarkeitsszenarien zur Anwendung der intelligenten Steuerungsoptionen an weiteren Standorten und Anwendungsfeldern
  • Identifizierung von Anreizmodellen und Betriebsstrategien für die intelligente Netzintegration elektrifizierter Fuhrparks unter ökologischen, ökonomischen, technischen und betriebsrestriktiven Gesichtspunkten.
  • Einbindung von relevanten Stakeholdern zur Erarbeitung der wirtschaftlichen Anreizmodelle im Workshop-Format
  • Analyse der breiten Anwendung der flexiblen, netzdienlichen Steuerung
  • Erstellung eines Leitfadens für Verteilnetz- und Flottenbetreiber zum flexiblen, netzdienlichen Betrieb großer elektrifizierten Fuhrparks
IAV GmbH

EDIS Netz GmbH

Deutsche Post AG

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

im Rahmen des Förderprogramms Erneuerbar Mobil

Erneuerbar Mobil

Koordiniert durch:

VDI/VDE Innovation + Technik

Kontakt



Oliver Arnhold


Projektleiter

Norman Pieniak


Teamleiter

Jakob Gemassmer


Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Alexander Windt


Wissenschaftlicher Mitarbeiter