NetzWärme Brücke – Ein Tool für integrierte Energieleitplanung
Projektbeschreibung
In diesem Projekt entwickeln Wissenschaftler*innen des Reiner Lemoine Instituts ein offenes, digitales Tool zur Energieleitplanung bei der Wärmewende. Es hilft Kommunen und Verteilnetzbetreibern dabei, Infrastrukturbedarf über Strom-, Gas- und Wärmenetze hinweg gemeinsam zu betrachten.
Strom, Wärme und Gas in einer rückgekoppelten Kette
Ziel des Projekts ist eine detailliertere Betrachtung einzelner Versorgungsgebiete. Nutzende können mit dem Tool Strom-, Wärme- und Gasnetze in einer rückgekoppelten Kette gemeinsam analysieren. Das ist wichtig, denn Entwicklungen in dem einen Netz wirken sich auf die anderen aus – etwa wenn die Wärmeversorgung zunehmend elektrifiziert wird und das Stromnetz an Auslastungsgrenzen stößt oder sich zum Beispiel die Zahl der Gasanschlüsse in einem Gebiet stark verändert. Um die Zusammenhänge zu analysieren, verbindet das Projektteam verschiedene offene Werkzeuge miteinander, darunter die Bibliotheken pandapipes und eDisGo.
Für Kommunen und Stadtwerke gemacht
Das Tool richtet sich an verschiedene Zielgruppen: Kommunen und Wärmeplaner*innen können damit ihre Gebiete einordnen, auch ohne eigene Netzdaten oder Modellierungskompetenz. Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber können Aus- und Rückbaubedarf gemeinsam betrachten, statt jedes Netz einzeln zu planen. Kommunen zum Beispiel können benötigte Eingangsdaten synthetisch erzeugen, eigene Daten zuführen oder vorhandene Datenebenen korrigieren, statt sie komplett neu zu erfassen.
Von der Tool-Auswahl zur Kopplung
Im ersten Schritt identifiziert und vergleicht das Projektteam offene Fluidnetzmodellierungstools wie Pandapipes oder TesPy. Diese Tools helfen den Transport von Flüssigkeiten oder Gasen durch ein Leitungsnetz zu berechnen und zu simulieren – also beispielsweise wie sich Druck, Durchfluss und Temperatur in einem Gas- oder Wärmenetz verhalten. Anschließend koppeln die Forschenden sie mit bestehenden Stromnetz-Werkzeugen.
Erprobung in zwei Modellregionen
Zum Praxistest wendet das Projektteam das neue Tool auf zwei Kommunen mit guter Datenverfügbarkeit an und validiert die Ergebnisse. Damit auch andere Kommunen und Energieversorger davon profitieren können, dokumentiert das Projektteam seine Erkenntnisse in Handreichungen und einer Kurzstudie.
Die Projekte NetzWärme Brücke und NetzWärme Kompass sind eng miteinander verbunden.
Projektzeitraum: April 2026 – Dezember 2027
Aufgaben
- Entwicklung eines digitalen Tools für integrierte Energieleitplanung
- Vergleich und Auswahl eines offenen Fluidnetzmodellierungstools (z. B. Pandapipes, TesPy)
- Kopplung von Stromnetz-, Gasnetz- und Wärmenetzmodellierung
- Aufbau einer überwiegend synthetischen Datengrundlage (u. a. über ding0)
- Erprobung und Validierung des gekoppelten Tools in zwei Modellregionen
- Erstellung von Handreichungen und einer Kurzstudie
