MEGA:CHARGE – Umsetzungsstudie für Megawattladen (MCS) in Österreich
Projektbeschreibung
Im Projekt MEGA:CHARGE analysieren Wissenschaftler:innen des Reiner Lemoine Instituts gemeinsam mit Projektpartnern den zukünftigen Bedarf an Megawatt-Ladeinfrastruktur (MCS) für schwere batterieelektrische Nutzfahrzeuge in Österreich. Ziel ist es, geeignete Standorte für MCS-Ladeparks zu identifizieren, Netzanforderungen frühzeitig zu berücksichtigen und den Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur entlang wichtiger Verkehrs- und Logistikkorridore zu unterstützen.
Dafür werden zukünftige Ladebedarfe modelliert, potenzielle Megawatt-Hotspots ermittelt und technische sowie regulatorische Herausforderungen untersucht. Die Projektergebnisse liefern Politik, Netzbetreiber:innen und Ladeinfrastrukturunternehmen eine fundierte Grundlage für einen effizienten, netzverträglichen und klimawirksamen Ausbau der MCS-Ladeinfrastruktur in Österreich.
MCS als Grundlage der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs
Durch verschärfte CO₂-Flottenstandards für schwere Nutzfahrzeuge und das Ziel in Österreich Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, steigen die Neuzulassungen emissionsfreier Lkw kontinuierlich an. Damit sind Herausforderungen in Bezug auf die Reichweite und die Minimierung von Ladezeiten verbunden. Derzeit wird für das Schnelladen von Pkw das Combined Charging System (CCS) verwendet, dessen maximale Ladeleistung nicht ausreicht, um Lkw in einer kurzen Pausenzeit zu laden. Im Projekt arbeiten Expert*innen deshalb an der Verbreitung der MCS-Technologie im Schwerlastverkehr, um höhere Ladeleistung und kürzere Ladezeiten zu erreichen.
Analyse von Ladebedarf, Standorten und Netzintegration
Das Projektteam untersucht den Ladebedarf und identifiziert, wo „Megawatt-Hotspots“ mit mehreren MCS-Ladepunkte entstehen können. Darauf basierend erstellt das Team eine Karte für Österreich, die Ladebedarf und Hotspotpotenziale zeigt. Außerdem analysieren die Wissenschaftler*innen technische, betriebliche und energiewirtschaftliche Anforderungen, die Auswirkungen auf das Stromnetz haben und wie das optimale Zusammenspiel von CCS- und MCS-Infrastruktur gelingen kann. Zudem bewerten sie regulatorische Rahmenbedingungen sowie Umsetzungsrisiken und formulieren konkrete Handlungsempfehlungen.
Berücksichtigung von Gender- und Diversitätsdimension
Das Projekt berücksichtigt Gender- und Diversitätsdimensionen. Die zukünftige Megawatt Ladeinfrastruktur richtet sich an unterschiedliche Nutzendengruppen. Anforderungen an Standortgestaltung, Sicherheit und Betriebsprozesse werden deshalb so abgeleitet, dass sie praxistauglich und den Anforderungen verschiedener Geschlechter sowie Personen mit unterschiedlichen körperlichen und sprachlichen Voraussetzungen entsprechen. Dadurch soll Akzeptanz, Nutzbarkeit und Anwendung der Empfehlungen erhöht werden.
Projektzeitraum: Mai 2026 – April 2027
Aufgaben
- Beschleunigung des Hochlaufs von emissionsfreien Nutzfahrzeugen
- Technologiebezogene Bedarfs- und Hotspotlandkarte für Österreich
- Empfehlungen zur Reduktion von Investitions- und Umsetzungsrisiken
- Zugängliche, inklusive und faire Lösungen durch Gender- und Diversitätsorientierung

