GIS based analysis of project areas and customer tagging
2. Oktober 2015
RLS Stipendiatentag
10. Oktober 2015

Ländliche Elektrifizierungsplanung im Rahmen des Nigerian Energy Support Programme (NESP)

Projektzeitraum 01.01.2015 – 30.09.2017


Nigeria ist das einwohnerreichste Land in Afrika (189 Millionen) und weist eine beeindruckende geographische und ethnische Vielfalt auf. Zugleich ist Nigeria aktuell das afrikanische Land mit der größten absoluten Anzahl an Menschen ohne Zugang zu Elektrizität. Die Internationale Energy Agency schätzte für das Jahr 2016 eine Elektrifizierungsrate von nur 34 Prozent im ländlichen Raum. Damit liegt eine der größten Herausforderung des Landes darin, Menschen in ländlichen, häufig entlegenen, Orten Zugang zu einer nachhaltigen Stromversorgung zu verschaffen.

Im von EU und BMZ geförderten Projekt „Nigerian Energy Support Programme“ (NESP), wurden Elektrifizierungspläne für fünf Bundesstaaten in Nigeria entwickelt. Die verschiedenen Optionen – Netzausbau, Mini-Grids und kleinskalige Lösungen auf Haushaltsebene, wie etwa Solar Home Systems – wurden mithilfe von Geoinformationssystemen (GIS) und Energiesimulationen im Detail modelliert. Die so entstandene Elektrifizierungsplanung unterteilt sich schließlich in drei Ausbauphasen, sodass sich ein strukturierter Fahrplan für die Versorgung der abgelegenen Regionen ergibt.

Das RLI übernahm die Elektrifizierungsplanung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die die Nigerianische Regierung in Sachen Energieinfrastruktur berät. Die Entwicklung einer Energiegrundversorgung geschah vor allem unter dem Gesichtspunkt, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit möglichst optimal miteinander zu vereinen. Das Resultat ist eine in drei Phasen unterteile räumliche Planung, die mithilfe eines interaktiven Web-Mapping-Tools visualisiert wurde.

>>>Zum Web-Mapping-Tool<<<
Web-Mapping-Tool

Fotos


Im Forschungsprojekt übernahm das RLI folgende Aufgaben:


  • Definition von elektrifizierten und nicht-elektrifizierten Regionen
  • Bedarfs- und Lastschätzung für die zu elektrifizierenden Regionen
  • Modellierung der verschiedenen Optionen
    • Netzerweiterung
    • Mini-Grid
    • Stand-Alone-Systemen
  • Auswahl der kostengünstigsten Optionen unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse vor Ort (Least-Cost-Priorisierung)
  • Entwicklung eines nach Phasen gegliederten Fahrplans für den Ausbau
  • Visualisierung der Ergebnisse in einem online verfügbaren Web-Mapping-Tool
Das Hauptergebnis des Projekts ist ein nach Phasen gegliederter und interaktiv gestalteter, räumlicher Elektrifizierungsplan. Dieser wurde in engem Austausch mit Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bundesstaaten sowie nationalen Akteuren entwickelt und ist hier einsehbar:

Web-Mapping-Tool

Weitere Teilergebnisse:
  • Eine Kombination aus Netzerweiterung, autarken Mini-Grids für einzelne Dörfer und Stand-Alone-Systemen für kleinste Siedlungen stellt die wirtschaftlichste Lösung für eine schnelle, flächendeckende Elektrifizierung Nigerias dar.
  • Insbesondere die Option der „interconnected Mini-Grids“ spielt eine große Rolle für eine zeitnah umsetzbare Elektrifizierung: Mini-Grids werden für viele Orte vorgeschlagen, werden aber erst im weiteren Verlauf der Elektrifizierung ans Gesamtnetz angeschlossen.
  • Für die dezentralen Optionen stellen auf Erneuerbaren Energien basierende Lösungen die wirtschaftlichste Option dar.
  • Eine strategische Elektrifizierungsplanung kann Entscheidungsträgerinnen und -trägern helfen, wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen zu identifizieren und umzusetzen.
  • Die Online-Visualisierung der räumlichen Elektrifizierungspläne macht die Informationen allen Interessierten zugänglich und kann so Diskussionen anregen und Transparenz in der Planung schaffen.
Finanziert durch die EU und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Kontakt



Philipp Blechinger


Teamleiter

Catherina Cader


Promovendin

Paul Bertheau


Promovend

Ludwig Hülk


Wissenschaftlicher Mitarbeiter