Sicherung und Erhaltung von Energiedaten aus dem Harvard Dataverse

Projektbeschreibung

In diesem Projekt sichern Wissenschaftler*innen des Reiner Lemoine Instituts internationale Energieforschungsdaten und veröffentlichen sie neu auf der Open Energy Platform (OEP) in Deutschland, um wertvolle Forschungsergebnisse dauerhaft und unabhängig von außereuropäischen Infrastrukturen verfügbar zu machen.

Sicherung der europäischen Datensouveränität

Das Projektteam sichert Datensätze aus abgeschlossenen Energieforschungsprojekten des RLI, die bisher teilweise ausschließlich im Harvard Dataverse in den USA gespeichert sind. Dazu gehören zum Beispiel Daten aus dem PeopleSuN Projekt mit umfangreichen Informationen zur Energieversorgung und Energienutzung in ländlichen Regionen Nigerias. Zusammen mit der lokalen Organisation eHealth Africa haben Wissenschaftler*innen des RLI in Nigeria rund 4700 Haushalte und Unternehmen befragt und so einen umfassenden offenen Datensatz mit qualitativen und quantitativen Daten zur tatsächlichen Energienutzung in Nigeria erstellt. Wie viel Strom wird wann wo und von wem benötigt? Die Antworten darauf liefern diese Daten. Sie sollen langfristig in Europa verfügbar gespeichert werden, um die europäische Datensouveränität zu stärken.

Übertragung auf die Open Energy Platform

Die Expert*innen überführen die Datensätze in die OEP, eine etablierte Forschungsdateninfrastruktur, die nach den FAIR- (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) und Open-Science-Prinzipien aufgebaut ist. Die Forschenden strukturieren die Daten neu, integrieren sie in eine relationale Datenbank und reichern sie mit umfangreichen Metadaten nach dem OEMetadata-Standard an. So werden die Daten maschinenlesbar, besser auffindbar und können von anderen Forschenden oder weiteren Nutzer*innen verwendet werden.

Mehrwert für Forschung und Gesellschaft

Die PeopleSuN Daten werden international stark genutzt, etwa für Energiesystemmodelle, sozialwissenschaftliche Analysen und die Planung von Elektrifizierungsprojekten. Durch die Sicherung auf der OEP bleiben diese Daten langfristig für deutsche, europäische und afrikanische Akteure verfügbar. So können sie weiter der Forschung dienen und fundierte Entscheidungen für nachhaltige Energieversorgung unterstützen.

Erfahrung und Nachhaltigkeit

Das RLI entwickelt und betreibt die OEP seit vielen Jahren aktiv mit. Bestehende Workflows für Datenveröffentlichung, Datenkuratierung, Versionierung und Qualitätssicherung gewährleisten eine dauerhafte Verfügbarkeit der Datensätze. Die Einbettung in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur über das Projekt NFDI4Energy, an der das RLI ebenfalls mitarbeitet, sichert den langfristigen Betrieb über das Projekt hinaus.

Projektzeitraum: August 2025 bis Januar 2026

Aufgaben

  • Sichtung und technische Analyse bestehender Datensätze aus dem Harvard Dataverse
  • Migration der Daten in die Open Energy Platform in Deutschland
  • Strukturierung der Daten in einer relationalen Datenbank
  • Anreicherung und Harmonisierung der Metadaten nach OEMetadata-Standard
  • Qualitätssicherung und Validierung der Datensätze
  • Sicherstellung von FAIR-Prinzipien und langfristiger Verfügbarkeit

Förderung

Kontakt

Projektleitung

Ludwig Hülk

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

+49 (0)30 1208 434 74 ludwig.huelk@rl-institut.de