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Verbesserung der Klimaresilienz südostasiatischer Inseln

Elektrifizierung zur Unterstützung der Klimaresilienz abgelegener Inselsiedlungen in Südostasien

Projektzeitraum Oktober 2018 – September 2020

Das Forschungsprojekt hat das Ziel, integrierte Ansätze für die Inselelektrifizierung in Südostasien zu analysieren und zu entwickeln, die sozio-ökonomische und techno-ökonomische Dimensionen in einem Umfeld abdecken, das stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist.

Es gibt starke Belege dafür, dass der Prozess des Klimawandels und der globalen Erwärmung zu großen Veränderungen in globalen Klima-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen führen wird. Durch diesen globalen Wandel verändern sichLebensrealitäten überall auf der Welt rapide. Die negativen Auswirkungen dieser Veränderung erfordern, dass Systeme, Gesellschaften und Einzelpersonen in der Lage sind, sich schnell auf diese Veränderungen einzustellen.

Südostasien ist eine der Regionen, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Die Häufung von Naturkatastrophen in Kombination mit Unbeständigkeiten der Jahreszeiten, aufgrund sich ändernder Wetterbedingungen in den letzten Jahren, unterstreicht diese Tatsache auf dramatische Weise. Der zusätzliche Anstieg des Meeresspiegels zeigt die Dringlichkeit, mit der eine Klimaresilienz in den am stärksten gefährdeten Gebietenerzeugt werden muss. Dies gilt insbesondere für abgelegene Siedlungen auf zahlreichen kleinen Inseln Südostasiens.

Darüber hinaus stehen die abgelegenen Siedlungen vor dem Problem einer begrenzten, teuren und unzuverlässigen Stromversorgung, falls sie überhaupt existiert. Der Zugang zu Strom ist meist auf unzuverlässige, teure und umweltschädliche Dieselstromerzeugung beschränkt. Die eingeschränkte Stromversorgung hemmt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung, erschwert den Zugang zu Informationen, zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung und adäquaten Bildungsmöglichkeiten.

Dieses Promotionsprojekt kombiniert die beiden oben genannten Herausforderungen vieler Inselbevölkerungen in Südostasien und analysiert die Abhängigkeit nachhaltiger Elektrifizierungsansätze und deren Auswirkungen auf die lokale Klimaresilienz. Ziel ist es, die Auswirkungen einer nachhaltigen Elektrifizierung auf die lokalen Lebensgrundlagen zu verstehen und Elektrifizierungsstrategien zu identifizieren, die für eine bestimmte Inselgruppe am besten geeignet und sozial und wirtschaftlich kompatibel sind.

Neben der Bewertung der Resilienz der Gemeinden gegen die Auswirkungen des Klimawandels sowie deren Verbesserungen durch Elektrifizierung ist es im nächsten Schritt wichtig, die Stromversorgung insgesamt klimaresilient zu gestalten. Das bedeutet, dass sie klimawandelverursachten extremen Wettersituationen standhalten und Notfallversorgung gewährleisten müssen sowie einen schnellen Wiederaufbau unterstützen.

© Foto: Katrin Lammers
Die Forschungshypothese ist, dass nachhaltige Energieversorgung das Potential hat die Klimaresilienz von Inselgemeinden in Südostasien verbessern. Um diese Hypothese zu verifizieren werden die folgenden Forschungsfragen im Rahmen der Dissertation thematisiert und abgearbeit:

  1. Wie sieht die Situation der südostasiatischen Inseln in Bezug auf ihre Klimaresilienz aus, was definiert sie,was sind Ähnlichkeiten und Unterschiede?

      Analyse von:

    • Allgemeinen Daten, wie etwa die Größe und Lage der Inseln und ihrer Siedlungen, Topo- und Demografie, wirtschaftliche Lage, Entfernung zum Festland, etc.
    • Elektrifizierungsstatus inkl. Art, Kosten und Anzahl der angeschlossenen Haushalte etc.
    • Klimaresilienz unter Berücksichtigung von Faktoren wie Risikozonen, Vulnerabilitätsindizes, Höhenlage der Siedlungen, Infrastruktur für das Katastrophenrisikomanagement, etc.
    Die Inseln sollen auf einer webbasierten Plattform unter Berücksichtigung aller oben genannten Punkte kartiert und geclustert werden. Eine Kombination aus Literaturrecherche, QGIS-Modellierung und Cluster-Entwicklungstools wird angewendet.

  2. Welche (energiebezogenen) Anpassungsmaßnahmen sind geeignet, die Klimaresilienz von Inselgemeinschaften zu verbessern?

    • Analyse der Wechselwirkungen von nachhaltiger Elektrifizierung und verbesserter Klimaresilienz in einer Impact-Studie, die in die web-basierte Plattform aufgenommen wird Durchführung einer Kombination aus Literaturrecherche, Experteninterviews und Umfragen

  3. Wie können südostasiatische Inseln effektiv und auf technischer Ebene resilient elektrifiziert werden?

    • Entwicklung von Elektrifizierungsempfehlungen für identifizierte Cluster unter Berücksichtigung der spezifischen Inselsituation und klimaresilienter technischer Systemdesigns. Die Ergebnisse werden visualisiert und in die webbasierte Plattform integriert.
    • Technische Optimierung und Simulation von Stromsystemen auf den Inseln; Aspekte der Modularität (Mikro-Grids in Mini-Grids), Anker- und Notversorgungsstationen (z.B. an öffentlichen Gebäuden), Cloud- und Schwarm-Systemstrukturen etc. werden berücksichtigt.
 TU Berlin - Institut für Energietechnik
Das Promotionsprojekt wird gefördert im Rahmen eines Stipendiums der

Heinrich-Böll-Stiftung

Kontakt



Katrin Lammers


Doktorandin