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27. April 2021

Ladeinfrastruktur im Stadtquartier Krampnitz

©OpenStreetMap-Mitwirkende
In diesem Beratungsprojekt erarbeitete das RLI im Rahmen einer vom BMVI geförderten Studie ein Mobilitätskonzept und die Ladeinfrastrukturplanung für das neu entstehende Stadtquartier Krampnitz.

Auf dem historischen Gelände der ehemaligen Kaserne Krampnitz im Norden Potsdams entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier für ca. 10.000 Menschen. Das Stadtquartier Krampnitz ist als klimaneutrales „Quartier der kurzen Wege“ geplant. Durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), gut ausgebaute Radwege und Mobilitätsalternativen, wie Sharing-Angebote, sollen Anreize geschaffen werden, auf den eigenen Pkw zu verzichten.

Welche Formen der Mobilität sind für die zukünftigen Bewohnenden wichtig?

Das RLI war unter anderem damit beauftragt, den zukünftigen Mobilitätsbedarf im Quartier Krampnitz zu ermitteln und hat dafür das bisherige Mobilitätsverhalten in Potsdam analysiert. Auf Basis dessen, und um die Privat-Pkw-Nutzung zu reduzieren, lässt sich für das Quartier ableiten, dass neben gut ausgebauten Radwegen und einem Radschnellweg, gut getakteter ÖPNV-Anbindung, E-Car- und Bikesharing als Alternativen von Bedeutung sein werden. Um im Quartier Krampnitz einen wirtschaftlichen Betrieb der E-Fahrzeuge zu gewährleisten, ist eine möglichst hohe Auslastung und somit geringe Standzeiten ideal. Die Größe der Fahrzeugflotte sowie die durchschnittlich gefahrenen km pro Tag sind für die Energiebedarfsplanung von großer Bedeutung. Bei den verschiedenen Szenarien wurden die unterschiedlichen Stakeholder von Anfang an mit einbezogen.

Quartiersgaragen als Mobilitätszentralen mit Ladeinfrastruktur und Sharing-Angeboten

Der ruhende (Kfz-)Verkehr inklusive der E-Sharing-Angebote soll vollständig in den Quartiersgaragen untergebracht werden. Für die Quartiersgaragen wurde deshalb auf Basis der Mobilitäts- und Stellplatzbedarfe ein Ladeinfrastruktur- und Versorgungskonzept erstellt, welches Ableitungen auf Betriebsszenarien und Geschäftsmodelle zuließe. Es wurden mögliche Lastszenarien errechnet, um Ladeverzögerungen zu vermeiden und die möglichen Versorgungsvarianten mit regenerativen Energien für die Ladeinfrastruktur inkl. Lastszenarien, Lademanagement von Stromspeichern sowie Peak Shaving analysiert. Auf dieser Basis wurden die möglichen Betriebs- und Geschäftsmodelle untersucht.

Interaktive App veranschaulicht die verschiedenen Szenarien

Auf Grundlage der Ergebnisse und Empfehlungen der Studie, die in einer interaktiven App festgehalten wurden, wird die weitere Ausbauplanung der Netzstruktur der Stadtwerke Potsdam fortgesetzt und in der Konkretisierung eines übergreifenden, kooperativen Betreiber- und Geschäftsmodells umgesetzt. Die Ergebnisse dieses Projekts lassen sich sowohl bei der Energieversorgung, der Bestimmung des quartiersspezifischen Mobilitätsangebots, der Auswahl der Betriebsmodelle und die Ladeinfrastrukturplanung unter bestimmten Voraussetzungen auch auf andere Quartiere übertragen.

Projektlaufzeit: Dezember 2019 – Dezember 2020

© Bild: OpenStreetMap-Mitwirkende

Das RLI übernahm für die Erstellung des Mobilitätskonzepts im Stadtquartier Krampnitz folgende Aufgaben:

  • Bestandsaufnahme mobilitätsspezifischer Faktoren
  • Identifizierung und Einbindung relevanter Stakeholder
  • Festlegung und Anwendung soziodemografischer Faktoren zur Identifizierung von Nutzungsgruppen
  • Bewertung der Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf weitere Quartiere in Potsdam
  • Darstellung der Projektergebnisse in einer interaktiven Web-App

Aus Sicht des RLI lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

  • Rahmenbedingungen, die für mobilitätsspezifischen Faktoren wichtig sind:
    • Bestand oder Neubau, Rahmenbedingungen zur Größe des Quartiers, Anzahl der Wohn- und Gewerbeeinheiten, Stellplatzschlüssel, verkehrliche Anbindung – Bestand und in Planung
    • Soziodemographische Faktoren zu den zukünftigen Bewohnenden
    • Politische Vorgaben: Klimaneutralität, „Stadt der kurzen Wege“, autoarmes Quartier
  • Regelmäßiger Austausch mit den verschiedenen Stakeholdern wichtig und in verschiedenen Formaten durchgeführt:
    • Einzelgespräche mit beteiligten Akteuren zur Identifizierung von (Teil-)Zielen)
    • Diskussionsrunden und Workshops
    • Regelmäßiger Austausch, um über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben
  • Übertragbarkeit des Konzepts ist gegeben für Quartiere mit von der Gebäudeversorgung separat betriebener Ladeinfrastruktur und Energieversorgung
  • Maximal mögliche Flächen für Photovoltaikanlagen vorsehen und notfalls Überdachungen einplanen, da PV große Relevanz nicht nur für die Mobilitätsversorgung hat
  • Geo-En Energy Technologies GmbH


    eZeit Ingenieure GmbH


    inno2grid GmbH


     Localiser RLI GmbH


    Energie und Wasser Potsdam GmbH


    Kontakt



    Carolin Daam


    Projektleiterin

    Norman Pieniak


    Bereichsleiter

    Raoul Hirschberg


    Wissenschaftlicher Mitarbeiter