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Retail4Multi-Use – Untersuchung von Mehrfachnutzungskonzepten an Ladesäulen im Einzelhandel

Titelbild retail4multiuse
Im Projekt Retail4Multi-Use analysieren RLI-Wissenschaftler:innen die Nutzung der Ladeinfrastruktur (LIS) im Einzelhandel. Gemeinsam mit Partnerorganisationen werden sie das Potenzial für Konzepte zur Mehrfachnutzung der LIS ermitteln.

Trotz zunehmender Elektrifizierung des Verkehrssektors verzögert sich der Ausbau von Lademöglichkeiten durch lange Genehmigungs- und Planungsprozesse. Im Einzelhandel sind Lademöglichkeiten vorhanden oder geplant. Diese werden aber oft nicht optimal ausgelastet und mit unzureichender Wirtschaftlichkeit betrieben. Das Projektteam wird das Potenzial für die Fremdnutzung der LIS im Einzelhandel durch planbare Nutzungsgruppen (z.B. Taxigewerbe, Logistik, Carsharing, etc.) erheben. Diese gezielte Verschiebung von Ladevorgängen in den halb-öffentlichen Raum kann den Bedarf für den Ladenetzausbau in anderen Bereichen entlasten und damit auch Netzausbaubedarfe verringern. Außerdem entwickeln die Wissenschaftler:innen ein Konzept für eine digitale Matching Plattform. Wie auf einem Marktplatz werden damit Angebot und Bedarf für Lademöglichkeiten identifiziert und einfach zusammengebracht. Die Ergebnisse sollen auf weitere Standortarten und Regionen wie zum Beispiel Wohnungswirtschaft, Parkhäuser oder auch ländliche Räume übertragen werden können.

Entlastung des Ausbaus von Lade- und Netzinfrastruktur in Berlin

Für eine optimale Mehrfachnutzung der LIS im Berliner Einzelhandel müssen alle Standorte erfasst und das Stellplatzangebot analysiert werden. Das Projektteam wird dies mithilfe von GIS-Analysen umsetzen. Anschließend identifizieren die Wissenschaftler:innen die Anforderungen an die Standorte. Dazu gehören zum Beispiel die Zugänglichkeit der Stellplätze und Fahrzeuge, Schutz vor Vandalismus oder auch die benötigte Art der Stromabrechnungen.

Identifizierung des Bedarfs

Das Projektteam führt außerdem Stakeholder-Workshops, Interviews mit Expert:innen und eine Umfrage durch. So können die verschiedenen Gruppen von Nutzer:innen wie zum Beispiel Taxifahrende, Carsharing-Anbietende, Anwohner:innen oder Handwerk:innen heraus gearbeitet werden, die zu definierten Zeiten einen planbaren Bedarf an der LIS des Einzelhandels haben. Gemeinsam mit diesen Gruppen sollen exemplarisch Nutzungsszenarien entwickelt werden, um das Ladepotenzial im gesamten Berliner Einzelhandel simulativ zu erheben. Auf dieser Grundlage können die Wissenschaftler:innen Einsparpotenziale an Ladeinfrastruktur durch die Entlastung anderer Lademöglichkeiten im öffentlichen und privaten Raum berechnen.

Optimales Standortkonzept durch gründliche Analyse

Die Wissenschaftler:innen ziehen viele Faktoren in ihre Analysen ein. Dazu gehören zum Beispiel die Parkraumgestaltung oder Fragen danach, wo es einen Netzanschluss gibt, wie die Stellplatzauslastung im Regelbetrieb aussieht und welche Elektrifizierungspläne es bereits gibt. Auch das lokale Stromverteilnetz spielt hier eine Rolle. Die Auswirkungen auf die Netzaufnahmefähigkeit für Elektromobilität müssen bewertet werden. Hinzu kommen Untersuchungen zur Bereitstellung von Flexibilität für das Stromnetz. Diese kann zum Beispiel durch stationäre Speicher oder unterschiedliche Nutzungsgruppen erreicht werden. Auf dieser Grundlage kann das Projektteam Lade-Hubs planen.

Im Rahmen von Retail4Multi-Use ermitteln die Wissenschaftler:innen außerdem, welche Anforderungen es an den rechtlichen und prozessualen Rahmen gibt und welche Möglichkeiten zur beschleunigten Umsetzung von Multi-Use-Lade-Hubs existieren.

Projektzeitraum: Januar 2023 bis Dezember 2025

In dem Projekt übernimmt das RLI folgende Aufgaben:

  • Durchführung von Stakeholder-Workshops zur Erfassung der Anforderungen an Kooperationen an der Ladesäule
  • Erarbeitung und Bewertung von Konzepten zur technischen Umsetzung für ausgewählte Einzelhandelsstandorte
  • Übertragung der Ansätze für einzelne Standorte auf den gesamten Berliner Einzelhandel
  • Vergleich zwischen einem potentiell möglichen Ladeinfrastrukturausbau mit und ohne die Umsetzung der Mehrfachnutzung an der Ladesäule und Ermittlung des Entlastungspotentials für den Lade- und Netzinfrastrukturausbau
  • Erstellung eines Standardisierungsleitfadens für das gesamte Bundesgebiet
  • Entwicklung einer Matching-Plattform
  • Übertragung der Erkenntnisse auf andere Regionen und Einsatzbereiche mit den gleichen Methoden
Partner:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Institut für Verkehrsforschung (DLR)

Assoziierte Partner:

Allego

Berliner Agentur für Elektromobilität eMO

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) AöR

EnBW mobility+ AG und Co. KG

Handelsverband Deutschland e.V.

Innung des Berliner Taxigewerbes e.V.

Inselwerke eG

Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz in Berlin

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin

Stromnetz Berlin GmbH

TotalEnergies SE

Verband Kommunaler Unternehmen e.V.
Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMDV mit mit insgesamt 1.657.555,52 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich ( PtJ ) umgesetzt.

BMDV

Kontakt

 

Kilian Helfenbein

Wissenschaftlicher Mitarbeiter


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