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Klimaplan Brandenburg

Im Projekt „Klimaplan Brandenburg“ erstellt das RLI gemeinsam mit seinen Partnern im Auftrag des Brandenburgischen Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) ein Gutachten, das die Grundlage für die Klimaschutzstrategie (Klimaplan Brandenburg) bildet. Diese soll im 2. Quartal 2022 durch das Kabinett verabschiedet werden. Dazu wird zunächst der Status-Quo des Ausstoßes von Treibhausgasen in Brandenburg ermittelt. Im zweiten Schritt werden Zielszenarien und -pfade für eine Treibhausgasneutralität bis (spätestens) 2050 entwickelt und daraus anschließend Strategien und Handlungsempfehlungen zur Erreichung der Pariser Klimaziele erarbeitet.

Brandenburg verpflichtet sich dem Pariser Klimaabkommen

Das völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen von Paris ist der Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls. Es wurde am 12. Dezember 2015 auf der 21. UN-Klimakonferenz (COP21) von 195 Länder unterzeichnet und umfasst einen globalen Aktionsplan, mit dem die anthropogene Erderwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C gegenüber vorindustriellen Werten, begrenzt werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, muss jedes Land Maßnahmen zur Reduzierung seiner CO2-Emissionen ergreifen, vorhandene Klimaschutzkonzepte und -zielwerte müssen angepasst werden. Auch das Bundesland Brandenburg hat sich seit Anfang 2020 den Zielen des Pariser Übereinkommens verpflichtet. Um der Verpflichtung dieser Ziele nachkommen zu können, wird jetzt ein Klimaplan für das Land Brandenburg erarbeitet.

Standardisierung von neueren Phänomenen und Technologien

Um einen Klimaplan erarbeiten zu können, müssen zunächst vergleichbare Daten generiert werden. Momentan schlüsselt das Bundesland Brandenburg die CO2-Bilanz nach anderen Sektoren auf, als im Bundesklimaschutzgesetz (KSG). Diese Aufschlüsselung muss zunächst angepasst werden. Außerdem gibt es bisher keine methodischen Standards für neuere Phänomene, Technologien, Brennstoffe usw., insbesondere bei der Bilanzierung. Neben CO2-Emissionen sind weitere Treibhausgase noch nicht in der Brandenburger Klimabilanz erfasst. Für die in Zukunft relevanten Entwicklungen, wie etwa den Eigenverbrauch oder grünen Wasserstoff, gibt es noch keine standardisierte Erfassung in der Bilanz. Auch hier wird eine entsprechende Aufschlüsselung erarbeitet.

Brandenburger Klimaschutzpolitik wird erweitert

Bisher konzentrierte sich die Brandenburger Klimaschutzpolitik vor allem auf den Energiesektor. Demzufolge war das bisherige Klimaschutzziel in der Energiestrategie des Landes angesiedelt und die vorrangigen Handlungsfelder bezogen sich auf die Energiewirtschaft und die Erneuerbaren Energien. Andere Sektoren und Sektorziele, wie zum Beispiel der Verkehr, sind noch nicht definiert. Deshalb entwickelt das Konsortium unter Leitung des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Szenarien für eine landespolitisch relevante Struktur von strategischen Sektoren und Handlungsfeldern:

  • Energieversorgung
  • Gebäude
  • Verkehr
  • Wirtschaft
  • Landwirtschaft & Landnutzung


Das RLI konzentriert sich hierbei auf den Sektor Verkehr. Für diesen Sektor bietet sich die Einteilung in die subsektoralen Handlungsfelder Straßen-, Schienen-, Luft-, und Wasserverkehr an. Auf Grundlage dessen werden anschließend Zielszenarien für dir Treibhausgasneutralität für den Sektor Verkehr modelliert. So wird errechnet, wie sich beispielsweise durch den Ausbau von Radverkehr und ÖPNV die Ziele des Klimaschutzabkommens erreichen lassen.

Für alle Handlungsfelder finden während der Projektlaufzeit Workshops mit Expertinnen und Experten für die jeweiligen Handlungsfelder statt, in denen sie Einschätzungen zu den möglichen Maßnahmen abgeben können. Weitere Projektpartner neben dem RLI sind das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung -(IÖW (Projektleitung)), die BLS Energieplan GmbH, die LUP – Luftbild Umwelt Planung GmbH, die IFOK GmbH und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Gefördert und beauftragt wurde die Studie vom Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Projektlaufzeit: Mai 2021 – März 2022

Foto : Rehman Abubakr, Wind farm in Lindenberg Germany - April 2019 (2), cropped by RLI, CC BY-SA 4.0

Das RLI übernimmt für die Erstellung des Klimaplans Brandenburg folgende Aufgaben:

  • Recherche der Ausgangsdaten für den Sektor Verkehr
  • Ermittlung und Auswertung der erforderlichen klimapolitischen Daten und Rahmenbedingungen Brandenburgs im Sektor Verkehr
  • Organisation des Strategieworkshops für den Sektor Verkehr
  • Erstellung von Datentabellen in Bezug auf Verkehr
  • Entwicklung von Strategie- und Handlungsempfehlungen für das Handlungsfeld Verkehr zum Erreichen der Klimaziele
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung


BLS Energieplan GmbH


LUP – Luftbild Umwelt Planung GmbH


 IFOK GmbH


BTU – Cottbus-Senftenberg


Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)


Die Forschungsarbeit am RLI wird finanziell durch die Reiner Lemoine Stiftung unterstützt.

Kontakt



Norman Pieniak


Projektleiter

Raoul Hirschberg


Stv. Projektleiter

Anne Schalling


Wissenschaftliche Mitarbeiterin