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Studie: Bundesweiter Bedarf an Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge bis zum Jahr 2030

In der Studie „Ladeinfrastruktur nach 2025/2030 – Szenarien für den Markthochlauf“ wird der bundesweite Bedarf an Ladeinfrastruktur, verteilt auf unterschiedliche Leistungsklassen ermittelt. Dafür werden sieben typische Ladesituationen identifiziert (Lade-Use-Cases), die sowohl das private Laden zu Hause und am Arbeitsplatz als auch das Laden im öffentlich zugänglichen Raum umfassen. Erstmals wird ein Verzögerungsfaktor bestimmt, der es ermöglicht, den stockenden Aufbau privater Ladeinfrastruktur bei der Planung der öffentlichen Ladepunkte miteinzuberechnen.

Neuer Ansatz für die Berechnung des Ladebedarfs

Um den Bedarf an Ladepunkten für E-Fahrzeuge zu prognostizieren, wird aktuell üblicherweise ein Top-Down-Ansatz verfolgt. Dies bedeutet, dass für jedes E-Fahrzeug auch eine zuvor festgelegte Anzahl Ladepunkte vorhanden sein muss – diese Zahl variiert jedoch je nach Quelle. In dieser Studie wird alternativ ein Bottom-Up-Ansatz angewendet, der statt der Zahl der Fahrzeuge, die Zahl der konkret benötigten Ladevorgänge in Deutschland ermittelt und auf dieser Grundlage die erforderlichen Ladepunkte berechnet.

Prognose für den Aufbau privater Ladepunkte muss verändert werden

Grundsätzlich gilt: Energie die an einem Lade Use-Case verladen wird, muss nicht an einem anderen Lade Use-Case verladen werden. So müssen etwa Fahrzeuge, die über Nacht zuhause vollständig geladen wurde, nicht in die Bedarfsplanung für den Tag in der Innenstadt einberechnet werden – auch wenn am Tag viele E-Fahrzeuge in der Stadt unterwegs sind. Sind viele private Lademöglichkeiten vorhanden, sinkt der Druck Ladepunkte im öffentlich zugänglichen Raum aufzubauen. Die Vorhersage, wie viele private Ladepunkte wann verfügbar sein werden, muss also möglichst präzise sein. Um die Verfügbarkeit von privater Ladeinfrastruktur bis zum Jahr 2030 zu ermitteln, wird in dieser Studie erstmalig ein „Verzögerungsfaktor“ bestimmt, der momentan bestehende Hürden beim Aufbau von privater Ladeinfrastruktur sowie einen verzögerten Aufbau berücksichtigt und die Berechnung präzisiert.

Einbindung aller Beteiligten

Um alle relevanten Entwicklungen in der Studie zu berücksichtigen ist der regelmäßige Austausch mit Stakeholdern ein fester Bestandteil. Von Ende Januar bis Ende Februar werden Multistakeholder-Dialoge durchgeführt, die Informationen zur Präferenz der Nutzenden, den Annahmen der Studie, bereits vorhandenen Ausbauplänen, möglichen Hindernissen beim Ausbau von Ladeinfrastruktur sowie dem Markthochlauf von E-Fahrzeugen bis 2030 liefern sollen. Im Masterplan Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wurde festgehalten, dass die Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie sowie Energiewirtschaft in dieser Studie wesentlich vertieft wird.

Projektzeitraum: August 2019 bis Sommer 2020

Beratung und Umsetzung folgender Aufgaben durch das RLI:

  • Umstellung der Methodik vom Top-Down Ansatz, zum Bottom-Up Ansatz
  • Auswertung der BMVI-Studie Mobilität in Deutschland (MiD 2017) und Anwendung einer Bottom-Up-Analyse
  • Entwicklung eines Rankings zur Attraktivität der Lade-Use-Cases abhängig vom
  • Haushaltstyp (Nutzungskaskade)
  • Berücksichtigung der Auslastung von Ladepunkten unterschiedlicher Leistungsklassen
  • Entwicklung einer Update-Methodik sowie einer parametrisierbaren Berechnungsgrundlage
  • Erstellung von Extremszenarien, um Wechselwirkungen und Auswirkungen der „kommunizierenden Röhren“ zu bestimmen
  • Durchführung von Stakeholder Workshops zu den Themen Laden @home, @work sowie @public
  • Vertiefungsgespräche mit Automobilindustrie und Energiewirtschaft
NOW GmbH

BMVI

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Kontakt



Oliver Arnhold


Projektleiter

Alexander Windt


Wissenschaftlicher Mitarbeiter